Monday, September 14, 2020

wissen Die Philosophen sind die Denker.




Wissenschaft denkt nicht - was Denken heisst, gelangen wir, wenn wir selbst denken.
Wir verm gen nur das, was wir mgen. ... Um das Denken zu vermgen, mssen wir es lernen.

Alles Bedenkliche gibt zu denken. 

Inter-esse heisst: unter und zwischen den Sachen sein, mitten in einer Sache stehen und bei ihr bleiben.

Das Bedenklichste ist, dass wir noch nicht denken; immer noch nicht, obwohl der Weltzustand fortgesetzt bedenklicher wird. 

Die Philosophen sind die Denker. 


Jeder Denker denkt nur einen einzigen Gedanken. Auch dies unterscheidet das Denken wesentlich von den Wissenschaften. Der Forscher braucht immer neue Entdeckungen und Einf�lle, sonst ger�t die Wissenschaft ins Stocken und ins Falsche. Der Denker braucht nur einen einzigen Gedanken.
Die Wissenschaft denkt nicht und kann nicht denken, und zwar zu ihrem Gl�ck und das heisst hier zur Sicherung ihres eigenen festgelegten Ganges. ... Wissenschaftler kommen aus der Philosophie, indem sie diese verlassen m�ssen.
Das Gesetz des Denkens, seine Regel und Ordnung, ist die Logik:
Die Logik nimmt als die Lehre vom Logos das Denken als Aussagen von etwas �ber etwas. Der Grundzug des Denkens ist nach der Logik dieses Sprechen.
Da die Logik aber nicht ausreicht um Denken zu charakterisieren und anzuleiten, da Widerspr�che immer und �berall vorhanden sind oder aufscheinen, wird die Logik bald zur Dialektik. F�r diese ist ein Logos in der �blichen Form der Aussage niemals eindeutig.
Eine weitere Grundlage des Denkens findet sich in legein (gr.), legere (lat.): auslegen, darlegen, vorlegen
Die < Legende> zeigt die Probleme der Logik, die nicht jeden beliebigen Haufen von Worten sinnvoll (logisch) ordnen kann, solange sie den Widerspruch verneint, ja sogar die Unentscheidbarkeit der dreiwertigen Logik.
F�r solche F�lle kennt die Philosophie einen Ausweg. Man l�sst die Widerspr�che stehen, spitzt sie sogar zu und versucht, das Sich-Widersprechende un dadurch Auseinanderfallende in einer umfassenden Einheit zusammenzustellen. Man nennt dieses Verfahren Dialektik.
Die Lehre vom Denken heisst Logik - wo sie sich einem Gesetz f�gt,
Dialektik, wo Widerspruch herrscht. Dieser l�sst sich mit ja/nein nicht (oder bloss selten)aufl�sen.
Die Philosophie ist DIE Wissenschaft. - Die eigentliche Wissenschaft ist die

das Meinen als das unmittelbare Sichrichten auf ..., das Meinen (minne) als das vertrauende Aufnehmen des Gegebenen und das Meinen im Sinne von: etwas als das Seine bei sich behalten und behaupten.
Allerdings wird unter Denken heute (das war offenbar schon vor einen halben Jahrhundert so, inzwischen hat sich die Tatsache mehr als best�tigt) meist Meinungen, Vorstellungen, Ueberlegungen, Vorschl�ge, Einf�lle verstanden - w�hrend der mittelhochdeutsche Ausdruck
weitaus mehr beinhaltete, n�mlich Gem�t, Herz, Herzensgrund - also dem Innersten des Menschen entsprang.
1.Die neuzeitliche Wissenschaft gr�ndet im Wesen der Technik
2.Das Wesen der Technik ist selbser nichts Technisches.
3.Das Wesen der Technik ist keine nur menschliche Machenschaft, die eine menschliche Ueberlegenheit und Souver�nit�t bei geeigneter moralischer Verfassung b�ndigen k�nnte.
1.Das Denken f�hrt zu keinem Wissen, wie die Wissenschaften
2.Das Denken bringt keine nutzbare Lebensweisheit
3.Das Denken l�st keine Weltr�tsel
4.Das Denken verleiht unmittelbar keine Kr�fte zum Handeln
> Das Denken ist das Vorl�ufigste alles vorl�ufigen Tuns des Menschen
N�tig ist zu sagen und zu denken, dass das Seiende ist.
Parmenides
Hier der Grund, warum sich Heidegger vermutlich der Ontologie (II), der Seinslehre gewidmet hat, obwohl diese von Kant, insbesondere aber den Positivisten, als Metaphysik abgetan wurde. Gerade die Resultate des Denkens von Heidegger zeigen aber, dass, wenn Metaphysik als Schimpfwort gilt, ganz einfach andere metaphysische Prinzipien die Herrschaft �bernehmen, ganz unkritisiert.
Wahrheit
Die Philosophie ist

Eine wesentliche Weise, wie die Wahrheit sich in dem durch sie er�ffneten Seienden einrichtet, ist das Sich-ins-Werk-setzen der Wahrheit (durch die Kunst).
Weil es zum Wesen der Wahrheit geh�rt, sich in das Seiende einzurichten, um so erst Wahrheit zu werden, deshalb liegt im Wesen der Wahrheit der Zug zum Werk als einer ausgezeichneten M�glichkeit der Wahrheit, inmitten des Seienden selbst seiend zu sein.
Die Kunst ist das Ins-Werk-Setzen der Wahrheit.
Eine andere Weise, wie Wahrheit west, ist die staatsgr�ndende Tat. Wieder eine andere Weise, wie Wahrheit zum Leuchten kommt, ist die N�he dessen, was schlechthin nicht Seiendes ist, sondern das Seiende des Seienden. Wieder eine andere Weise, wie Wahrheit sich gr�ndet, ist das wesentliche Opfer. Wieder eine andere Weise, wie Wahrheit wird, ist das Fragen des Denkers, das als Denken des Seins dieses in seiner Frag-w�rdigkeit nennt. Dagegen ist die Wissenschaft kein urspr�ngliches Geschehen der Wahrheit, sondern jeweils der Aufbau eines schon offenen Warheitsbereiches und zwar durch das Auffassen und Begr�nden dessen, was in seinem Umkreis sich an m�glichem und notwendigem Richtigen zeigt. Wenn und sofern eine Wissenschaft �ber das Richtige hinaus zu einer Wahrheit und d.h. zur wesentlichen Enth�llung des Seienden als solchen kommt, ist sie Philosophie.
, die der
Der bisherige Mensch hat zuviel gehandelt und zu wenig gedacht. Das Ausbleiben des Denkens hat jedoch seinen Grund nicht nur und nicht zuerst darin, dass der Mensch das Denken zu wenig gepflegt hat, sondern darin, dass sich das zu-Denkenende, das, was eigentlich zu denken gibt, seit langem schon entzieht.
Hier scheint Heidegger gleichsam in die �stliche Philosophie abzutauchen, deren Grundprinzip ja heisst: Nicht machen - Machen zerst�rt. Wir werden im weitern allerdings noch sehen, dass auch er die Sache nicht so extrem angeht, aber doch das herrschende Extrem des "Macherismus" sehr deutlich macht - und das bereits vor �ber einem halben Jahrhundert. Der durch den
vorselektierte und strukturierte Wahrheit fehlt das Denken, das durch Meinen ersetzt wird:
In der jetzigen Rede vom einseitigen und eingleisigen Denken bedeutet das Wort "Denken" so viel wie "Meinen".
Der jetzige Mensch ist f�r die Gestaltung und die Uebernahme einer Erdregierung nicht vorbereitet. Denn der jetzige Mensch hinkt nicht hier und da, sondern seiner ganzen Art nach auf eine befremdliche Weise hinter dem her, was l�ngst ist. Das, was eigentlich ist, das Sein, das alles Seiende im vornherein be-stimmt, l�sst sich jedoch niemals durch die Feststellung von Tatsachen, durch Berufung auf besondere Umst�nde ausmachen. Der bei solchen Versuchen oft und eifrig zitierte
verstand ist nicht so gesund und nat�rlich, wie er sich zu geben pflegt. Er ist vor allem nicht so absolut, wie er auftritt, sonder er ist das abgeflachte Produkt jener Art des Vorstellens, die das Aufkl�rungszeitalter im 18. Jahrhundert schliesslich zeitigte. Der gesunde Menschenverstand bleibt auf eine bestimmte Auffassung dessen, was ist und sein soll und sein darf, zugeschnitten. Die Macht dieses seltsamen Verstandes reicht bis in unser Zeitalter herein; aber sie reicht nicht mehr zu. Die Organisation des Sozialen, die Aufr�stung im Moralischen, die Schminke des Kulturbetriebes, dies alles gelangt nicht mehr bis zu dem, was ist.
Holz lautet ein alter Name f�r Wald. Im Holz sind Wege, die meist verwachsen j�h im Unbegangenen aufh�ren.
Sie heissen Holzwege.
Jeder verl�uft gesondert, aber im selben Wald. Oft scheint es, als gleiche einer dem andern. Doch es scheint nur so.
Holzmacher und Waldh�ter kennen die Wege. Sie Wissen, was es heisst, auf einem Holzweg zu sein.
Auch hier widerspricht Heidegger der Vorstellung, dass ein klares, durch Strategien oder gesetzte Normen beschr�nktes Denken ein geeignetes Biotop ist f�r das Denken. Denken braucht Freiheit. Denken braucht Vielfalt. Denken �berlebt nur bei Diversit�t der Gedanken, also im Minimum bei dialektischem Vorgehen, nicht aber beim populistisch wirksameren schwarz-weiss-Denken, dem klaren ja/nein:
Im Bild gesprochen: f�r den Fisch sind die Tiefen und Weiten des Wassers, seine Str�mungen und Stillen, seine warmen und kalten Schichten das Element seiner vielf�ltigen Beweglichkeit. Wird der Fisch der F�lle seines Elementes beraubt, wird er auf den trockenen Sand gezerrt, dann kann er nur noch zappeln, zucken und verenden. Darum m�ssen wir das Denken und sein Gedachtes jeweils im Element seiner Mehrdeutigkeit aufsuchen, sonst bleibt uns alles verschlossen.
Perspektivit�t und Vielfalt sind das Biotop des Denkens - nicht DAS GESETZT, DIE NORM!
Je urspr�nglicher ein Denken ist, um so reicher wird sein Ungedachtes. Das Ungedachte ist sein h�chstes Geschenk, das ein Denken zu vergeben hat. F�r die Selbstverst�ndlichkeit des gesunden Menschenverstandes aber bleibt das Ungedachte eines Denkens lediglich das Unverst�ndliche. Das Unverst�ndliche wird jedoch f�r den gew�hnlichen Verstand nie zum Anlass, �ber seine eigenen Verst�ndnism�glichkeiten stutzig und gar auf seine Grenzen aufmerksam zu werden. Das Unverst�ndliche bleibt f�r den gew�hnlichen Verstand immer das Anst�ssige, und dies wird ihm sogleich zum Beweis, dass etwas Unwahres und nur Angebliches ihm, der von Haus aus alles schon verstanden hat, zugemutet wird.
Nicht eine Normierung der Schulen und vor allem der Sch�ler w�re also angebracht, sondern eine Indvidualisierung. Diese Forderung ist ja nichts neues, sondern eine uralte Forderung jeder P�dagogik, die Menschen nicht nach einem theoretischen Bild formen soll, sondern aus den innern Anlagen, Bed�rfnissen, St�rken und Interessen der Sch�ler, der Individuen. "Unangepasstheit" ist also eigentlich nichts das es zu beheben g�be, insbesondere nicht im Falle von Intellektuellen und Hochbegabten, die ganz andere Zusammenh�nge sehen, oder diese anders werten. Unangepasstheit m�sste so entwickelt werden, dass die m�glichen menschlichen Lebensformen/Lebensstile bereichert und so vielf�ltiger statt monotoner werden. Der Drang zur Technik, der l�ngst den alten gesellschaftlichen Anpassungszwang ersetzt, zielt aber pr�zise in die andere Richtung, die Richtung der Normierung mit ihren Vorbildern wie dem homo oeconomicus, oder dem noch d�mlicheren "man":
Zum "gesunden Menschenverstand" geh�rt jedoch das
[Sein und Zeit, S. 127]: Das Man ist �berall dabei, doch so, dass es sich auch schon immer davongeschlichen hat, wo das Dasein auf Entscheidung dr�ngt. Weil das Man jedoch alles Urteilen und Entscheiden vorgibt, nimmt es dem jeweiligen Dasein die Verantwortlichkeit ab. Das Man kann es sich gleichsam leisten, dass sich st�ndig auf es beruft. Es kann am leichtesten alles verantworten, weil keiner es ist, der f�r etwas einzustehen braucht. Das Man immer und doch kann gesagt werden, ist es gewesen. In der Allt�glichkeit des Daseins wird das meiste durch das, von dem wir sagen m�ssen, keiner war es.
Das "man" wie der Sachzwang, der sich meist seiner bedient, treten auf als Gesetz, dem es zu gehorchen gilt, als Norm �ber die nicht nachzudenken ist. Aber sogar g�ttliche Normen sind immer wieder hinterfragt und neu interpretiert worden, warum sollen gesetzliche Normen, oder gar die absurde Norm des "mans" einfach hingegnommen werden? (s. moralische Entwicklungsstufen nach Kohlberg) Daf�r gibt es keinen vern�nftigen Grund - ausser dem der Herrschenden, ihre Herrschaft �ber das jeweilig aktuelle System zu behalten. Hier passiert gerade gegenw�rtig ein grosser Schwindel, lebenslanges Lernen genannt, das jedoch nicht Wissen meint das �ber Denken geschaffen wird, sondern immer ausschliesslicher rein technisches, anwendbares Produktionswissen. Das notwendige lebenslange Lernen m�sste aber eigentlich lebenslanges Denken, Entlernen, neu Lernen genannt werden, das immer wieder "Tat-Best�nde" kritisch hinterfragt und wo n�tig ab- oder umbaut. (s. Konstruktivismus)
Wir Heutigen zumal k�nnen nur lernen, wenn wir dabei immer zugleich verlernen; ... wir k�nnen das Denken nur lernen, wenn wir sein bisheriges Wesen von Grund auf verlernen. Aber dazu ist n�tig, dass wir es zugleich kennen lernen.
Der Lehrer ist den Lehrlingen einzig darin voraus, dass er noch weit mehr zu lernen hat als sie, n�mlich: das Lernen-lassen. Der Lehrer muss es verm�gen, belehrbarer zu sein als die Lehrlinge. Der Lehrer ist seiner Sache weit weniger sicher als die Lernenden der ihrigen. Darum kommt es beim Verh�ltnis von Lehrer und Lernenden, wenn es ein wahres ist, niemals die Autorit�t des Viel-Wissens und der autoritative Einfluss des Beauftragten ins Spiel.

Wissenschaft, speziell Betriebswirtschaft, als Grundlage des herrschenden Funktionalismus
Das Ende der Philosophie und die Aufgabe des Denkens
Die Wissenschaften kommen aus der Philosophie her, indem sie diese verlassen m�ssen.
Philosophie ist Metaphysik. Diese denkt das Seiende im Ganzen - die Welt, den Menschen, Gott - hinsichtlich des Seins, hinsichtlich der Zusammengeh�rigkeit des Seienden im Sein.
Die Philosophie wird zur empirischen Wissenschaft vom Menschen vor allem, was f�r den Menschen erfahrbarer Gegenstand seiner Technik werden kann, durch die ers ich in der Welt einrichtet, indem ers ie nach den mannigfaltigen Weisen des Machens und Bildens bearbeitet. Dies alles vollzieht sich �berall auf dem Grunde und nach der Massgabe der wissenschaftlichen Erschliessung der einzelnen Bezirke des Seienden.
Es bedarf keiner Prophetie, um zu erkennen, dass die sich einrichtenden Wissenschaften alsbald von der neuen Grundwissenschaft bestimmt und gesteuert werden, die Kybernetik heisst.
Diese Wissenschaft entspricht der Bestimmung des Menschen als des handelnd-gesellschaftlichen Wesens. Denn sie ist die Theorie der Steuerung des m�glichen Planens und Einrichtens menschlicher Arbeit. Die Kybernetik bildet die Sprache um zu (sic) einem Austausch von Nachrichten. Die K�nste werden zu gesteuert-steuernden Instrumenten der Information.
Die Ausfaltung der Philosophie in die eigenst�ndigen, unter sich jedoch immer entschiedener kommunizierenden Wissenschaften ist die legitime Vollendung der Philosophie. Die Philosophie endet im gegenw�rtigen Zeitalter. Sie hat ihren Ort in der Wissenschaftlichkeit des gesellschaftlich handelnden Menschentums gefunden. Der Grundzug dieser Wissenschaftlichkeit aber ist ihr kybernetischer, d.h. technischer Charakter. Vermutlich stirbt das Bed�rfnis, nach der modernen Technik zu fragen, im gleichen Masse ab, in dem die Technik die Erscheinung des Weltganzen und die Stellung des Menschen in diesen entschieden pr�gt und lenkt.
Die Wissenschaften werden alles, was in ihrem Bau noch an die Herkunft aus der Philosophie erinnert, nach den Regeln der Wissenschaft, d.h. technisch deuten. Die Kategorien, auf die jede Wissenschaft f�r die Durchgliederung und Umgrenzung ihres Gegenstandsgebietes angewiesen bleibt, versteht sie instrumental als Arbeitshypothesen. Deren Wahrheit wird nicht nur am Effekt gemessen, den ihre Verwendung innerhalb de Fortschritts der Forschung bewirkt. Die wissenschaftliche Wahrheit wird mit der Effizienz dieser Effekte gleichgesetzt.
Was die Philosophie im Verlauf ihrer Geschichte stellenweise und auch da nur unzureichend versuchte, die Ontologien der jeweiligen Religionen des Seienden (Natur, Geschichte, Recht, Kunst) darzustellen, die �bernehmen jetzt die Wissenschaften als eigene Aufgabe. Ihr Interesse richtet sich auf die Theorie der jeweils notwendigen Strukturbegriffe des zugeordneten Gegenstandsgebietes. "Theorie" bedeutet jetzt: Supposition der Kategorien, denen nur eine kybernetische Funktion zugestanden, aber jeder ontologische Sinn abgesprochen wird. Das Operationale und Modellhafte des vorstellend-rechnenden Denkens gelangt zur Herrschaft.
Die Abschnitte m�gen etwas ungewohnt formuliert und daher etwas schwer verst�ndlich sein, heute. Die Aussage aber ist klar und zeigt den wirklich be-denklichen Zustand unser heutigen Geisteswelt: Nur noch was in der technischen Sprache der Wirtschaft "logisch" ist, ist sinnvoll. Alles andere Denken lehres Gebrabbel, f�r das man sich ein paar Professoren h�lt zwecks ihres Unterhaltungswertes und aus kultureller Tradition. Dummerweise f�gen sich diese meist in die Rolle und bleiben entsprechend unkritisch. Was Heidegger hier kritisiert ist unser, wirklich unser, nicht bloss das vor 50 Jahren herrschende Modell des Denkens, das sich technisch-wirtschaflicher Funktionalit�t unterordnet. Dies ist um so leichter, als eben die Philosophie nur noch als quasi historisches Fach �berlebt, oder in der Form der Logistik, wo sie noch Beitr�ge liefert zur weiteren Technisierung und Lenkung �ber die Kybernetik. Nach Strukturalismus und Konstruktivismus leben wir heute offenbar vor allem in einer Aera des Funktionalismus, bei dem, wie bei allen "ismen" immer zu fragen ist: Wem n�tzts, wer und was funktionieren wie und warum. Die vielzitierte
entpuppt sich hier als reine Narrenmaske:
Die Geschichtswissenschaft durchforscht z.B. ein Zeitalter nach allen nur m�glichen Hinsichten und erforscht doch nie, was Geschichte ist. Sie kann das gar nicht wissenschaftlich erforschen. Auf historischem Wege wird ein Mensch niemals finden, was Geschichte ist; so wenig wie jemals ein Mathematiker auf mathematischem Wege, d.h. durch seine Wissenschaft, also zuletzt in mathematischen Formeln zeigen kann, was das Mathematische ist. Das Wesen ihrer Bereiche, die Geschichte, die Kunst, die Dichtung, die Sprache, die Natur, der Mensch, Gott - bleibt der Wissenschaft unzug�nglich. Zugleich aber fielen die Wissenschaften fortgesetzt ins Leere, wenn sie sich nicht innerhalb dieser Bereiche bewegten. Das Wesen der genannten Bereiche ist die Sache des Denkens. Insofern die Wissenschaften als als Wissenschaften zu dieser Sache keinen Zugang haben, muss gesagt werden, dass sie nicht denken. Wird dies so ausgesprochen, dann h�rt sich das zun�chst leicht so an, als d�nke sich das Denken den Wissenschaften gegen�ber �berlegen. Dieser D�nkel w�re, wo er bestehen sollte, unberechtigt; denn gerade weil das Denken sich dort bewegt, wo es das Wesen von Geschichte, Kunst, Sprache, Natur denken k�nnte, es aber noch nicht vermag, weiss das Denken wesentlich weniger als die Wissenschaften. Diese tragen ihren Namen mit vollem Recht, weil sie unendlich viel mehr wissen als das Denken. Und dennoch gibt es in jeder Wissenschaft eine andere Seite, auf die sie als Wissenschaft niemals gelangen kann: das Wesen und die Wesensherkunft der Wesensart, die sie pflegt und noch anderes. Die Wissenschaften bleiben notwendig auf der einen Seite.
Das Ende der Philosophie zeigt sich als Triumph der erneuerbaren Einrichtung einer wissenschaftlich-technischen Welt auf der dieser Welt gem�ssen Gesellschaftsordnung. Ende der Philosophie heisst: Beginn der im abendl�ndisch-europ�ischen Denken begr�ndeten Weltzivilisation.
Ist nun aber das Ende der Philosophie im Sinne ihrer Ausfaltung in die Wissenschaften auch schon die vollst�ndige Verwirklichung alle M�glichkeiten, in die das Denken der Philosophie gesetzt wurde? Oder gibt es f�r das Denken ausser der gekennzeichneten letzten M�glichkeit (der Aufl�sung der Philosophie in die technisierten Wissenschaften) eine erste M�glichkeit, die sie jedoch als Philosophie nicht eigens erfahren und �bernehmen konnte?
Die Zeit des Weltbildes
Erg�nzung zu Betrieb (S. 95):
Der Betrieb wird zum blossen Betrieb, wenn er sich im Verfahren nicht mehr aus dem st�ndig neuen Vollzug des Entwurfs offen h�lt, sondern diesen als gegeben nun hinter sich l�sst und nicht einmal mehr best�tigt, vielmehr einzig den sich h�ufenden Ergebnissen und ihrer Verrechnung nachjagt. Der blosse Betrieb muss jederzeit bek�mpft werden, gerade weil die Forschung im Wesen Betrieb ist.
In der Metaphysik vollzieht sich die Besinnung auf das Wesen des Seinenden und eine Entscheidung �ber das Wesen der Wahrheit.
Zu den wesentlichen Erscheinungen der Neuzeit geh�rt ihre Wissenschaft. Eine dem Rang nach gleichwertige Erscheinung ist die Maschinentechnik. Man darf sie jedoch nicht als blosse Anwendung der neuzeitlichen mathematischen Naturwissenschaft auf die Praxis missdeuten. Die Maschinentechnik ist selbst eine eigenst�ndige Verwandlung der Praxis derart, dass diese erst die Verwendung der mathematischen Naturwissenschaften fordert. Die Maschinentechnik bleibt der bis jetzt sichtbarste Ausl�ufer des Wesens der neuzeitlichen Technik, das mit dem Wesen der neuzeitlichen Metaphysik identisch ist.
Man wird darunter (unter dem Begriff
, den man hier auch als nennen darf) zn�chst jene Erscheinung verstehen, dass eine Wissenschaft, sei sie Natur- oder Geisteswissenschaft, heute erst dann das rechte Ansehen einer Wissenschaft erlangt, wenn sie institutionsf�hig geworden ist.
Der Forscher dr�ngt von sich aus notwendig in den Umkreis der Wesensgestalt des Technikers im wesentlichen Sinne. So allein bleibt er wirkungsf�hig und damit im Sinne seines Zeitalters wirklich.
Das Erkennen als Forschung zieht das Seiende zur Rechenschaft dar�ber, wie es und wieweit es dem Vorstellen verf�gbar zu machen ist. Die Forschung verf�gt �ber das Seiende, wenn es dieses entweder in seinem k�nftigen Verlauf vorausberechnen oder als Vergangenes nachrechnen kann.
Der Grundvorgang der Neuzeit ist die Eroberung der Welt als Bild
F�r diesen Kampf der Weltanschauungen und gem�ss dem Sinne dieses Kampfes setzt der Mensch die uneingeschr�nkte Gewalt der Berechnung, der Planung und der Z�chtung aller Dinge ins Spiel. Die Wissenschaft als Forschung ist eine unentbehrliche Form dieses Sicheinrichtens in der Welt.
Eine dritte gleichwesentliche Erscheinung der Neuzeit liegt in dem Vorgang, dass die Kunst in den Gesichtskreis der Aesthetik r�ckt. Das bedeutet: Das Kunstwerk wird zum Gegenstand des Erlebens, und demzufolge gilt die Kunst als Ausdruck des Lebens der Menschen.
Eine vierte neuzeitliche Erscheinung bekundet sich darin, dass das menschliche Tun als Kultur aufgefasst und vollzogen wird. Kultur ist dann die Verwirklichung der obersten Werte durch die Pflege der h�chsten G�ter des Menschen. Im Wesen der Kultur liegt es, als solche Pflege ihrerseits sich in die Pflege zu nehmen und so zur Kulturpolitik zu werden.
Das Ende der Geschichte
In dem Wort "Gott ist tot" steht der Name Gott, wesentlich gedacht, f�r die �bersinnliche Welt der Ideale, die das �ber dem irdischen bestehende Ziel f�r dieses Leben enthalten und des dergestalt von oben und so in gewisser Weise von aussen her bestimmen.
Die Weltflucht ins Uebersinnliche wird ersetzt durch den historischen Fortschritt. Das jenseitige Ziel einer ewigen Seeligkeit wandelte sich um in das irdische Gl�ck der Meisten. Die Pflege des Kultus der Religion wird abgel�st durch die Begeisterung f�r das Schaffen einer Kultur oder f�r die Ausbreitung der Zivilisation. Das Sch�pferische, vormals das Eigene des biblischen Gottes, wird zur Auszeichnung des menschlichen Tuns. Dessen Schaffen geht zuletzt in das Gesch�ft �ber. > s. Betrieb
Untergang des Abendlandes, Verlust der Mitte, Verfall, Zerst�rung, drohende Vernichtung der Welt: Man findet, die Welt sei nicht nur aus den Fugen, sondern sie rolle weg. ins Nichts des Sinnlosen. Nitzsche:
Die Verw�stung breitet sich aus. Verw�stung ist mehr als Zerst�rung. Verw�stung ist unheimlicher als Vernichtung. Die Zerst�rung beseitigt nur das bisher Gewachsene und Gebaute; die Verw�stung aber unterbindet k�nftiges Wachstum und verwehrt jedes Bauen.

Also sprach Zarathustra:
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht �ber den Menschen hinaus wirft, und die Sehne seines Bogens verlernt hat zu schwirren!
....
Wehe! Es kommt die Zeit, wo der Mensch keinen Stern mehr geb�ren wird. Wehe! Es kommt die Zeit des ver�chtlichsten Menschen, der sich selber nicht mehr verachten kann.
Seht! Ich zeige euch den letzten Menschen. "Was ist Liebe? Was ist Sch�pfung? Was ist Sehnsucht? Was ist Stern? - so fragt der letzte Mensch und blinzelt.
Die Erde ist kleiner geworden, und auf ihr h�pft der letzte Mensch, der alles klein macht. Sein Geschlecht ist unaustilgbar wie der Erdfloh; der letzte Mensch lebt am l�ngsten.
'Wir haben das Gl�ck gefunden' - sagen die letzten Menschen und blinzeln.
Nietzsche
Technik
...
Die K�nige der Welt sind alt
und werden keine Erben haben.
Die S�hne sterben schon als Knaben,
und ihre bleichen T�chter gaben
die kranken Kronen der Gewalt.
Der P�bel bricht sie klein zu Geld,
der zeitgem��e Herr der Welt
dehnt sie im Feuer zu Maschinen,
die seinem Wollen grollend dienen;
aber das Gl�ck ist nicht mit ihnen.
Das Erz hat Heimweh. Und verlassen
will es die M�nzen und die R�der,
die es ein kleines Leben lehren.
Und aus Fabriken und aus Kassen
wird es zur�ck in das Ge�der
der aufgetanen Berge kehren,
die sich verschlie�en hinter ihm.
Rilke: Buch der Pilgerschaft
Denken und Kritik: Kritik ist second hand knowledge. Die Rolle eines Widersachers ist nicht die Rolle des Denkens. Denn ein Denken denkt nur dann, wenn es dem nachgeht, was f�r eine Sache spricht. Alles abwehrende Sprechen hat stets nur den Sinn, die Sache zu sch�tzen.
Es scheint jedenfalls so, als schrecke man noch davor zur�ck, mit dem erregenden Sachverhalt ernst zu machen, dass die heutigen Wissenschaften in den Bereich des Wesens der modernen Technik geh�ren und nur dahin. Ich sage, wohlgemerkt, in den Bereich des Wesens der Technik, nicht einfach in die Technik. Noch liegt ein Nebel um das Wesen der modernen Wissenschaft.
Technik ist nichts Menschliches. ... Das Wesen der Technik durchwaltet unser Dasein in einer Weise, die wir noch kaum vermuten.
Wir alle wissen es noch nicht, welches Hand-Werk der moderne Mensch in de technischen Welt betreiben muss, auch dann betreiben muss, wenn er nicht Arbeiter ist im Sinne des Arbeiters an der Maschine. Auch Hegel und Marx konnten dies noch nicht wissen und nicht fragen, weil auch ihr Denken sich noch im Schatten der Technik bewegen musste, weshalb sie auch niemals in die Freiheit gelangten, um dieses Wesen zu bedenken.
Denn das Wesen der Technik ist nichts Menschliches. Das Wesen der Technik durchwaltet unser Dasein in einer Weise, die wir noch kaum vermuten.
So wichtig die �konomisch-sozialen, die politischen, die moralischen und sogar religi�sen Fragen sein m�gen, die in bezug auf das technische Hand-Werk verhandelt werden, sie alle reichen nirgends in den Kern der Sache. Diese verbirgt sich in dem noch unbedachten Wesen der Art und Weise, wie alles, was im Herrschaftsbereich des Wesens der Technik steht, �berhaupt ist. Dass solches jedoch bisher unbedacht blieb, liegt in der Tat zun�chst daran, dass der Wille zum Handeln, d.h. hier zum Machen und Wirken das Denken �berrollt.
Und hier findet sich Bedenliches, das des Denkens bed�rfte. Verstand Heidegger unter Technik damals vermutlich noch vor allem die Maschinentechnik, ev. Elektronik und Steuerungstechnik (Kybernetik), so ist heute die einflussreichste Technik die der Betriebs- und Kapitalwirtschaft. Wie alle Wissenschaften denkt auch sie nicht, sondern vollzieht, vollzieht das, was zu ihrem Raum geh�rt, ohne dar�ber hinaus zu sehen. Zur Mechanik der Betriebs- und Geldwirtschaft geh�rt vor allem der Auftrag. Jeder Auftrag erfordert gehorsam, Unterwerfung unter die vom Auftraggeber geforderten Prinzipien, Normen, ja Defintionen von Leistung. Da der Auftrag entlohnt wird, unter Umst�nden gar Gewinn verspricht, rennt ihm jeder nach. Das Auftragswesen ist das beherrschende Herrschaftswesen unserer Zeit - weshalb es von �berreichen Rechtsaussen (s. Blocher) auch derart gelobt wird, da sie die Auftraggeber sind. Aus diesem Grund beherrscht das betriebswirtschaftliche Denken auch den politischen Diskurs - der sich eigentlich an volkswirtschaftlichen Zusammenh�ngen orientieren m�sste. s. Die Dominanz betriebswirtschaftlichen Denkens in der Politik ruiniert Volkswirtschaft, Volk und Kultur.
Freiheit von Getriebenheit ist Freiheit zum Uebermenschen
Der Mensch ist das noch nicht festgestellte Tier; das animal rationale ist noch nicht in sein volles Wesen gebracht. Um aber das Wesen des bisherigen Menschen allererst fest-stellen zu k�nnen, muss der bisherige Mensch �ber sich hinausgebracht werden. Der bisherige Mensch ist insofern der letzte Mensch, als er es nicht vermag, und das heisst, es nicht will, sich unter sich zu bringen und das Ver�chtliche seiner bisherigen Art zu verachten.
Nietzsche sieht im Bereich des wesentlichen Denkens, klarer denn je einer vor ihm, die Gefahr, dass der bisherige Mensch sich immer hartn�ckiger auf die blosse Ober- und Vorderfl�che seines bisherigen Wesens einrichtet und das Flache dieser Fl�chen als den einzigen Raum seines Aufenthaltes auf der Erde gelten l�sst.
Der Mensch ist das animal rationale, das vern�nftige Tier.
Nietzsche w�hlt f�r den �ber sich hinausgehenden Menschen einen allzu leicht missverstehbaren Namen. Nietzsche nennt den Menschen der �ber den bisherigen hinausgeht, den "Uebermenschen". Mit diesem Namen meint Nietzsche gerade nicht einen bloss �berdimensionierten bisherigen Menschen. Gemeint ist auch nicht eine Menschenart, die das "Humane" wegwirft und die Willk�r zum Gesetz hinauftreibt und eine titanische Raserei zur Regel macht.
Der Wille zur Macht ist Getriebenheit, also Besessenheit, also Unfreiheit
Wollen ist Herr-sein.wollen. Der so verstandene Wille ist uach noch im Willen des Denkenden. Zwar nicht insofern, als der Diener danach streben k�nnte, aus der Rolle des Knechtes herauszukommen, um selbst ein Herr zu werden. Vielmehr will der Knecht als Knecht, der Dienende als Dienender immer noch etwas unter sich haben, dem er bei seinem Dienst befiehlt und dessen er sich bedient. So ist er als Knecht noch ein Herr. Auch das Knecht-sein ist ein Herr-sein-wollen.
Der Wille ist kein W�nschen und kein blosses Streben nach etwas, sondern Wollen ist in sich das Befehlen.
St�rker bedeutet hier
, und dies besagt: nur Macht. Denn das Wesen der Macht beruht im Herr-sein �ber die je erreichte Machtstufe. Macht ist nur dann und nur so lange Macht, als sie Macht-Steigerung bleibt und sich das befielt. Schon das blosse Stehenbleiben auf einer Machtstufe ist der Beginn des Sinkens der Macht.
Wollen �berhaupt ist soviel wie St�rker-werden-wollen, Wachsen-wollen - und dazu auch die Mittel wollen.
Dies Darstellung Heideggers betr. Macht ist so ziemlich identisch mit dem, was ich als Machttreppe bezeichne, wobei allerdings bei dieser klar ist, dass oben wie unten irgendwo ein Ende sein muss. Diese
gehen zur Zeit allerdings beim Streben der Oberen nach immer mehr Geld und Macht, wie beim Treten der untersten auf den Alleruntersten, doch oft ziemlich verloren.
Wo immer jemand das Ende aller Ge-Zeiten ank�ndigt, ist offenbar der Mond abgest�rzt.
mh
1.Deshalb kann Nietzsche sagen:

d.h., wo DIE Werte durch die Wirtschaft bestimmt werden, findet jede Diskussion �ber Ethik auf absch�ssigem Gel�nde statt, das mit Schmierseife eingerieben ist.
2.Die Zeit kommt, wo der Kampf um die Erdherrschaft gef�hrt werden wird, - er wird im Namen philosophischer Grundlehren gef�hrt werden. [Nietzsche]
Der vorletzte Satz widerlegt den letzten, und damit auch das gegenw�rtige Gelaber um das Ende der Ge-Zeiten.
Mit dem Beginn des Kampfes um die Erdherrschaft treibt das Zeitalter der Subjektivit�t in seine Vollendung.
Uns pr�zise hier haben wir das Problem. W�hrend dem es vermutlich wenige gibt, die sich dagegen wehren w�rden, ihr eigenes Potential, ihr eigenes Ich, ihr eigenes Potential (s. Individuum) frei entfalten zu wollen, hat die Wirtschaft dieses Potential usurpiert - und entfaltet sich machtvoll, auf Kosten der individuellen Freiheiten. Den Individuen bleibt nur noch, sich m�glichst rasch und billig an die unvorhersehbar wechselnden funktionellen Bed�rfnisse der Produktion anzupassen.
Nicht das Amerikanische erst umdroht uns Heutige, sondern das unerfahrene Wesen der Technik umdrohte schon unsere Vorv�ter und ihre Dinge.
An die Stelle dessen, was der einst gewahrte Weltgehalt der Dinge aus sich verschenkte, schiebt sich immer schneller, r�cksichtsloser und vollst�ndiger das Gegenst�ndige der technischen Herrschaft �ber die Erde. Sie stellt nicht nur alles Seiende als ein Herstellbares im Prozess der Produktion auf, sondern sie stellt die Produkte der Produktion durch den Markt zu. Das Menschliche des Menschen und das Dinghafte der Dinge l�st sich innerhalb des sich durchsetzenden Herstellens in den gerechneten Marktwert eines Marktes auf, der nicht nur als Weltmarkt die Erde umspannt, sondern der als der Wille zum Willen im Wesen des Seins marktet und so alles Seiende in das Handeln eines Rechnens bringt, das dort am z�hesten herrscht, wo es der Zahlen nicht bedarf. [Holzwege S. 288]
Was den Menschen in seinem Wesen bedroht, ist die Meinung, das technische Herstellen bringe die Welt in Ordnung, w�hrend gerade diese Ordnung jeden ordo, d.h. jeden Rang in die Gleichheit einer m�glichen Herkunft von Rang und Anerkennung aus dem Sein zerst�rt.
Nicht erst die Totalit�t des Wollens ist die Gefahr, sondern das Wollen selbst in der Gestalt des Sichdurchsetzens innerhalb der nur als Wille zugelassenen Welt. Das aus diesem Willen gewillte Wollen hat sich schon zum unbedingten Befehl entschieden. Mit dieser Entscheidung ist es bereits der totalen Organisation ausgeliefert. Vor allem aber verhindert die Technik selbst jede Erfahrung ihres Wesens. Denn w�hrend sie sich voll entfaltet, entwickelt sich in den Wissenschaften eine Art des Wissens, dem es verweigert bleibt, jemals in den Wesensbereich der Technik zu gelangen, geschweige denn in ihre Wesensherkunft zur�ckzudenken.
Das Wesen der Technik kommt nur langsam an den Tag.
Die Metaphysik ist vor dem Positivismus des 19. und 20. Jahrhundersts so wenig zusammengebrochen, dass vielmehr die moderne technische Welt in ihrem unbedingten Anspruch nichts anderes ist als das nat�rliche Bewusstsein, das nach der Weise seines Meinens die ungedingte, sich selbst sichernde Herstellbarkeit alles Seienden in der unaufhaltsamen Vergegenst�ndlichung von allem und jedem vollzieht.
Tja,, da haben wir's. Nix Positivismus oder Realismus als herrschende "Philosophie" der Zeit, sondern eine Metaphysik die von technischem Denken und Wollen gepr�gt ist, eine Illusion der Machbarkeit, deren Sch�pfer sich jede Kritik als irrational verbieten, da sie als Herrscher des Systems daran verdienen.
Hier verstehen wir nun auch, warum es heute Philosophie eigentlich nicht mehr gibt: Sie wird nicht bezahlt. F�r's Denken wird nur bezahlt, wer das in wohlgeordneten, wissenschaftlich disziplinierten Bahnen tut. Falls ausserhalb derselben, als Praktiker, dann nur, wenn's rentiert, wenn's die Produktivit�t steigert. Das Denken, als Verstehen-Wollen von Dingen, Funktionen, Zusammenh�ngen, Werten - ist zum Hobby degradiert worden. Philosophisches Denken ist grad so viel wert wie sein Unterhaltungswert, was in direkter Linie zu "Philosophen" wie Sloterdijk f�hrt. Bedenkliches wird nicht mehr bedacht, nur noch Bezahltes.
Also auch wenn sich Heidegger von der Ideologie der Nazis t�uschen und �ber den Tisch ziehen liess (oder einfach lieber seine Professur behalten und seine Existenz sichern wollte, also wie damals die Mehrheit der Deutschen, Schweizer, Holl�nder, Belgier, Franzosen, Spanier, Italiener, Oesterreicher etc. einfach zu feige war, hier das Wesen des Faschismus zu ergr�nden und publik zu machen. Heldenmut und Geist wachsen ja nicht auf dem selben Mist. W�rde der Held die Folgen seines Tuns bedenken, dann g�be es keine Helden mehr. Helden st�rzen sich in Abenteuer, eben weil sie sich um die Folgen foutieren (s. den Helden des nationalen Stolzes, Saddam Hussein; oder den Helden weltweiter Verbreitung der Demokratie, George the Bush) er hat daf�r auf der andern Seite einiges gesehen, l�ngst gesehen, dass danach gl�cklich und vollst�ndig �bert�ncht wurde mit Werbung, die gleich die Interpretation mitliefert, was denn der Mensch sei, wolle ... zu wollen habe.
Martin Herzog, Basel, 7.5.08

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